Ob Kugelschreiber, Trinkflasche, T Shirt oder individuell bedruckte Tasche: Bei der Bestellung von Werbemitteln fällt schnell auf, dass der Preis pro Stück bei größeren Mengen sinkt. Doch warum kostet ein Produkt bei 100 Stück beispielsweise 3,50 Euro und bei 1.000 Stück nur noch 2,60 Euro?
Der Grund liegt in der Kalkulation des Stückpreises. Neben dem eigentlichen Produkt spielen unter anderem einmalige Aufwendungen, Druckkosten, Veredelung, Bestellmenge und weitere Faktoren eine Rolle.
Für Unternehmen und Marketingabteilungen ist es deshalb hilfreich zu verstehen, wie sich der Preis eines Werbeartikels zusammensetzt. So können Sie besser einschätzen, welche Bestellmenge für Ihr Budget und Ihren tatsächlichen Bedarf sinnvoll ist.
Inhaltsverzeichnis
Wie setzt sich der Stückpreis zusammen?
Vereinfacht lässt sich die Kalkulation eines Werbemittels in drei Bereiche aufteilen:
• einmalige Kosten für die Vorbereitung und Einrichtung
• laufende Kosten für Produkt, Material und Produktion
• Verteilung der einmaligen Kosten auf die bestellte Menge
Gerade der letzte Punkt erklärt, warum eine größere Bestellung häufig einen deutlich niedrigeren Preis pro Stück ermöglicht.
Die verschiedenen Faktoren im Überblick
Einmalige Kosten bei der Produktion
Bevor ein Werbemittel bedruckt oder veredelt werden kann, sind je nach Druckverfahren verschiedene Vorbereitungen notwendig. Diese Arbeiten fallen in vielen Fällen unabhängig davon an, ob Sie 50, 500 oder 5.000 Stück bestellen.
Dazu können beispielsweise gehören:
• Aufbereitung und Prüfung der Druckdaten
• Einrichtung des Druckverfahrens
• Anmischen der benötigten Druckfarbe
• Vorbereitung von Druckformen, Sieben oder anderen Produktionselementen
• Maschineneinrichtung und Rüstvorgänge
Diese Kosten entstehen also beispielsweise auch dann, wenn nur eine relativ kleine Menge produziert wird.
Laufende Kosten pro Stück
Daneben gibt es Kosten, die mit jedem weiteren Werbemittel erneut entstehen. Dazu zählen vor allem das Produkt selbst, die verwendeten Materialien und der eigentliche Produktionsvorgang.
Einfach gesagt: Für jedes zusätzliche Werbemittel wird ein weiterer Artikel benötigt, muss Material verarbeitet und das Produkt entsprechend bedruckt oder veredelt werden.
Diese Kosten steigen mit der bestellten Menge. Gleichzeitig bleiben sie pro Stück bei einer gleichbleibenden Produktion häufig relativ stabil.
Warum wird der Stückpreis bei größeren Mengen günstiger?
Hier kommt die Verteilung der einmaligen Kosten ins Spiel.
Nehmen wir an, für die Vorbereitung eines Druckauftrags entstehen 100 Euro an einmaligen Kosten. Dazu kommt ein Produktpreis von 2,50 Euro pro Stück.
Bei einer Bestellung von 100 Stück sieht die vereinfachte Rechnung so aus:
100 Stück × 2,50 Euro = 250 Euro
Dazu kommen 100 Euro für die einmalige Einrichtung:
Gesamtkosten: 350 Euro
Damit ergibt sich ein Stückpreis von:
350 Euro ÷ 100 Stück = 3,50 Euro pro Stück
Bestellen Sie dagegen 1.000 Stück:
1.000 × 2,50 Euro = 2.500 Euro
Die einmaligen 100 Euro Einrichtungskosten bleiben gleich:
Gesamtkosten: 2.600 Euro
Der Stückpreis beträgt damit:
2.600 Euro ÷ 1.000 Stück = 2,60 Euro pro Stück
Obwohl also 900 Stück mehr produziert werden, sinkt der Preis pro Werbemittel von 3,50 Euro auf 2,60 Euro.
Der Grund: Die einmaligen Kosten werden auf wesentlich mehr Produkte verteilt.
Das Prinzip hinter der Mengenstaffel
Dieses Prinzip lässt sich auf viele Werbemittel übertragen. Je nach Produkt und Produktionsverfahren gibt es bestimmte Kosten, die nur einmalig entstehen. Werden mehr Exemplare produziert, verteilen sich diese Kosten auf eine größere Anzahl von Artikeln.
Bei kleinen Mengen ist der Anteil dieser Kosten pro Stück entsprechend höher.
Bei größeren Mengen wird der Anteil immer kleiner.
Vereinfacht:
Kleine Bestellung:
Hoher Anteil der einmaligen Kosten pro Stück
Große Bestellung:
Geringerer Anteil der einmaligen Kosten pro Stück
Deshalb finden Sie bei Werbeartikeln häufig Mengenstaffeln. Der Preis für 100 Stück kann beispielsweise deutlich höher sein als der Preis für 500 oder 1.000 Stück.
Welche Rolle spielen Druck und Veredelung?
Nicht nur die Stückzahl beeinflusst den Preis. Auch die gewünschte Veredelung spielt eine wichtige Rolle.
Ein einfacher einfarbiger Druck an einer Position kann beispielsweise weniger Produktionsaufwand verursachen als ein mehrfarbiges Motiv an mehreren Stellen.
Je nach Produkt kommen unterschiedliche Verfahren infrage, beispielsweise:
• Siebdruck
• Transferdruck
• Digitaldruck
• Lasergravur
• Stickerei
• Sublimation
Jedes Verfahren bringt unterschiedliche Anforderungen an Vorbereitung und Produktion mit sich.
Auch die Anzahl der Druckpositionen kann den Preis beeinflussen. Ein Logo auf der Vorderseite verursacht einen anderen Produktionsaufwand als ein Motiv auf Vorderseite, Rückseite und zusätzlich auf einem Ärmel.
Auch das Motiv selbst kann eine Rolle spielen
Nicht jedes Druckmotiv ist gleich aufwendig. Ein einfaches Logo mit wenigen Farben kann einfacher umzusetzen sein als eine komplexe, mehrfarbige Gestaltung.
Bei bestimmten Druckverfahren müssen Farben beispielsweise separat vorbereitet oder Druckelemente entsprechend eingerichtet werden.
Das bedeutet: Nicht nur die Größe des Logos, sondern auch die Gestaltung und das gewählte Druckverfahren können Einfluss auf die Kalkulation haben.
Warum die Druckmenge so entscheidend ist
Stellen Sie sich vor, eine Maschine muss für Ihren Auftrag eingerichtet werden. Die Einrichtung dauert beispielsweise 30 Minuten, unabhängig davon, ob anschließend 100 oder 1.000 Produkte bedruckt werden.
Bei 100 Stück verteilt sich diese Vorbereitungszeit auf eine relativ kleine Menge.
Bei 1.000 Stück verteilt sie sich auf zehnmal so viele Produkte.
Die eigentliche Druckzeit steigt zwar mit der Anzahl der Werbemittel. Die einmalige Vorbereitung muss jedoch nicht zehnmal durchgeführt werden.
Genau dadurch entstehen Skaleneffekte.
Wichtig: Das bedeutet nicht, dass eine Bestellung von 10.000 Stück automatisch zehnmal günstiger ist als eine Bestellung von 1.000 Stück. Material, Produktion, Verpackung und Logistik steigen mit der Menge. Es geht vielmehr darum, dass bestimmte Kosten nicht im gleichen Verhältnis zur Stückzahl steigen.
Ein weiteres Rechenbeispiel
Nehmen wir ein Werbemittel mit folgenden vereinfachten Kosten:
Produkt und Produktion: 1,80 Euro pro Stück
Einmalige Einrichtung: 120 Euro
Bei 100 Stück:
1,80 Euro × 100 = 180 Euro
+ 120 Euro Einrichtung
= 300 Euro Gesamtpreis
Stückpreis: 3,00 Euro
Bei 500 Stück:
1,80 Euro × 500 = 900 Euro
+ 120 Euro Einrichtung
= 1.020 Euro Gesamtpreis
Stückpreis: 2,04 Euro
Bei 1.000 Stück:
1,80 Euro × 1.000 = 1.800 Euro
+ 120 Euro Einrichtung
= 1.920 Euro Gesamtpreis
Stückpreis: 1,92 Euro
Das Beispiel zeigt deutlich: Der Gesamtpreis steigt mit der Bestellmenge, während der Preis pro Werbemittel gleichzeitig sinkt.
Sind größere Bestellungen deshalb immer besser?
Nicht unbedingt.
Ein niedriger Stückpreis klingt zunächst attraktiv. Für die tatsächliche Kostenplanung ist aber der Gesamtpreis entscheidend.
Angenommen, Sie benötigen für eine Veranstaltung 300 Werbeartikel.
Option A:
300 Stück × 2,80 Euro = 840 Euro
Option B:
1.000 Stück × 2,00 Euro = 2.000 Euro
Obwohl der Stückpreis bei Option B deutlich niedriger ist, müssen Sie zunächst wesentlich mehr Geld investieren. Außerdem benötigen Sie Lagerplatz und müssen sicherstellen, dass Sie die zusätzlichen Werbemittel auch tatsächlich verwenden werden.
Die optimale Bestellmenge hängt deshalb nicht allein vom günstigsten Stückpreis ab.
Welche Menge ist für Ihr Unternehmen sinnvoll?
Bei der Planung sollten Sie mehrere Faktoren berücksichtigen:
Wie viele Produkte benötigen Sie tatsächlich?
Planen Sie Ihre benötigte Menge anhand Ihrer Kund:innen, Mitarbeiter:innen, Events und Marketingmaßnahmen.
Gibt es weitere Einsatzmöglichkeiten?
Wenn Sie regelmäßig auf Messen oder Veranstaltungen vertreten sind, kann eine größere Bestellung sinnvoll sein. Die zusätzlichen Produkte können für spätere Aktionen aufbewahrt werden.
Wie lange bleibt das Werbemittel aktuell?
Bei neutralen Produkten wie Trinkflaschen oder Taschen können größere Mengen häufig über längere Zeit eingesetzt werden.
Bei saisonalen Produkten oder Kampagnen mit einem konkreten Jahresbezug ist dagegen mehr Vorsicht bei der Mengenplanung sinnvoll.
Wie viel Lagerplatz steht zur Verfügung?
1.000 Trinkflaschen benötigen deutlich mehr Platz als 1.000 Kugelschreiber. Auch dieser Faktor sollte bei einer größeren Bestellung berücksichtigt werden.
Was beeinflusst den Stückpreis noch?
Neben der Bestellmenge und der Veredelung können weitere Faktoren in die Kalkulation einfließen.
Produktqualität und Material:
Hochwertigere Materialien oder besondere Produkteigenschaften können den Einkaufspreis erhöhen.
Produktart:
Ein einfacher Kugelschreiber lässt sich anders kalkulieren als eine individuell gefertigte Trinkflasche oder ein komplexes Technikprodukt.
Anzahl der Druckfarben:
Mehr Farben können zusätzliche Vorbereitung und Produktionsschritte erfordern.
Anzahl der Druckpositionen:
Mehrere bedruckte Stellen bedeuten häufig zusätzlichen Produktionsaufwand.
Sonderanfertigungen:
Individuell entwickelte Produkte können zusätzliche Entwicklungs-, Werkzeug- oder Produktionskosten verursachen.
Verpackung:
Individuelle Verpackungen oder zusätzliche Verpackungsschritte können den Gesamtpreis erhöhen.
Lieferung und Logistik:
Auch Transport, Versand und gegebenenfalls besondere Lieferanforderungen können in die Gesamtkalkulation einfließen.
Stückpreis oder Gesamtpreis: Was ist wichtiger?
Für Unternehmen ist es sinnvoll, beide Werte zu betrachten.
Der Stückpreis hilft Ihnen dabei, Angebote verschiedener Mengen miteinander zu vergleichen. Der Gesamtpreis zeigt dagegen, welche Investition tatsächlich auf Ihr Unternehmen zukommt.
Eine größere Bestellung kann durch den niedrigeren Stückpreis wirtschaftlich attraktiv sein. Sie sollte aber immer zum tatsächlichen Bedarf passen.
Eine gute Kalkulation beantwortet deshalb nicht nur die Frage:
„Wie günstig ist ein Stück?“
Sondern auch:
„Wie viele Stück benötigen wir wirklich und welche Gesamtkosten entstehen dadurch?“
So können Sie bei Werbemitteln Kosten sparen
Wenn Sie Ihr Budget möglichst effizient einsetzen möchten, lohnt es sich, bereits bei der Planung auf einige Punkte zu achten.
Bestellmenge prüfen:
Vergleichen Sie mehrere Mengenstaffeln. Manchmal ist der Sprung von 500 auf 1.000 Stück beim Stückpreis besonders interessant.
Druck möglichst effizient planen:
Überlegen Sie, ob eine Druckposition ausreicht und welches Verfahren für Ihr Motiv sinnvoll ist.
Zeit einplanen:
Wer frühzeitig bestellt, hat mehr Auswahl und muss weniger häufig auf kurzfristig verfügbare Lösungen zurückgreifen.
Bedarf realistisch kalkulieren:
Ein günstiger Stückpreis bringt wenig, wenn die Hälfte der Bestellung ungenutzt im Lager bleibt.
Produkt langfristig einsetzen:
Neutrale oder zeitlose Werbeartikel können über mehrere Kampagnen hinweg verwendet werden und machen größere Bestellmengen oft attraktiver.
FAQ zum Stückpreis von Werbemitteln
Warum wird der Stückpreis bei größeren Mengen günstiger?
Ein Grund sind einmalige Kosten für Einrichtung und Vorbereitung. Diese werden auf die gesamte Bestellmenge verteilt. Je mehr Werbemittel bestellt werden, desto geringer fällt dieser Kostenanteil pro Stück aus.
Welche Kosten gehören zum Stückpreis eines Werbemittels?
Dazu können unter anderem der Artikel selbst, Material und Produktion, Druck und Veredelung, einmalige Einrichtungskosten, Verpackung sowie Transport und Logistik gehören.
Sind Werbemittel bei größeren Mengen immer günstiger?
Der Preis pro Stück wird bei größeren Mengen häufig günstiger. Trotzdem steigt der Gesamtpreis, da mehr Produkte gekauft werden. Deshalb sollte nicht nur der Stückpreis betrachtet werden.
Warum kosten 1.000 Werbeartikel nicht zehnmal so viel pro Stück wie 100?
Bestimmte Kosten entstehen nur einmal. Dazu gehören beispielsweise die Einrichtung des Druckverfahrens oder die Vorbereitung der Produktion. Diese Kosten verteilen sich bei 1.000 Stück auf wesentlich mehr Produkte.
Wie finde ich die richtige Bestellmenge?
Berücksichtigen Sie Ihren tatsächlichen Bedarf, geplante Veranstaltungen, Lagerkapazitäten, die Nutzungsdauer des Produkts und Ihr Gesamtbudget. Ein niedriger Stückpreis allein sollte nicht ausschlaggebend sein.
Fazit: Warum sich größere Mengen oft rechnen
Der Stückpreis eines Werbemittels entsteht aus mehreren unterschiedlichen Kostenbestandteilen. Neben dem eigentlichen Produkt und der Produktion spielen einmalige Aufwendungen für Einrichtung und Vorbereitung eine wichtige Rolle.
Genau diese Kosten erklären, warum größere Bestellmengen häufig einen niedrigeren Preis pro Stück ermöglichen. Die einmaligen Kosten bleiben bei einer größeren Produktionsmenge weitgehend gleich und verteilen sich dadurch auf mehr Werbeartikel.
Trotzdem ist die größte Menge nicht automatisch die beste Wahl. Unternehmen sollten immer Stückpreis, Gesamtbudget, tatsächlichen Bedarf, Lagerfähigkeit und geplante Einsatzdauer gemeinsam betrachten.
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